Lernzeitenkonzept
📘 Überblick
Die Lernzeit ist eine fest im Stundenplan verankerte Übungs- und Arbeitsphase an der Gesamtschule Kevelaer.
Sie dient dazu, Lerninhalte insbesondere aus Deutsch, Mathematik, Englisch sowie den Fremdsprachen Niederländisch, Spanisch und Latein selbstständig zu üben, zu wiederholen, zu vertiefen und zu sichern.
Die Lernzeiten unterstützen konzentriertes Arbeiten, Selbstständigkeit und eine bewusste Auseinandersetzung mit eigenen Lernaufgaben.
Im Rahmen der aktuellen Weiterentwicklung werden insbesondere klare Rituale, sichtbare Strukturen, ein gemeinsamer Ablaufplan und eine gemeinsame Dokumentationspraxis geschärft. Die bestehenden Lernzeiten werden dabei nicht ersetzt, sondern weiterentwickelt und verbindlicher ausgestaltet.
Ablauf einer Lernzeitstunde
Für die Lernzeiten wird aktuell eine einheitlichere Ablaufstruktur geschärft. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern durch wiederkehrende Rituale, klare Zeitphasen und sichtbare Orientierung mehr Sicherheit beim selbstständigen Arbeiten zu geben.
Der folgende Ablauf greift die bisherige Grundidee der Lernzeiten auf und macht die gemeinsame Struktur sichtbar. Der Ablaufplan wird auch in den Klassenräumen ausgehängt, damit Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte dieselbe Struktur wiedererkennen können.
Die Lernzeit gliedert sich in vier Phasen:
- Organisieren: Material bereitlegen, Aufgaben klären und den Arbeitsplatz vorbereiten.
- Einzelarbeit: konzentriert und selbstständig arbeiten, eigene Materialien nutzen, erst selbst nachdenken und bei Bedarf die Lehrkraft fragen.
- Offene Phase: Einzelarbeit fortsetzen, bei Bedarf und im vereinbarten Rahmen Partner- oder Kleingruppenarbeit nutzen, Unterstützung geben oder erhalten und offene Fragen klären.
- Logbuch und Aufräumen: Arbeit dokumentieren, Arbeitsstand sichtbar machen, Arbeitsplatz aufräumen und Ordnung herstellen.
Die offene Phase soll Schülerinnen und Schülern je nach individuellem Bedarf unterschiedliche Arbeitsformen ermöglichen. Einzelarbeit, Partner- oder Kleingruppenarbeit und Unterstützung können dabei nebeneinander bestehen.
Partnerarbeit, Hilfe und Austausch erfolgen in einem klar geregelten Rahmen. Die betreuende Lehrkraft achtet auf die Arbeitsfähigkeit der Lerngruppe und kann die konkrete Ausgestaltung der Phase entsprechend steuern. Das Arbeiten außerhalb des Klassenraums ist nur nach Absprache mit der betreuenden Lehrkraft möglich.
Sichtbare Rituale und gemeinsame Strukturen
Im Rahmen der Weiterentwicklung der Lernzeiten wird derzeit besonders betont, dass Lernzeiten im Klassenraum sichtbar und durch feste Rituale verlässlich werden sollen.
Dazu können ein visualisierter Stundenplan, Regeln der Lernzeiten, eine Lernzeit-Tafel, der gemeinsame Ablaufplan sowie klare Abläufe und wiederkehrende Routinen beitragen.
Besonders in den unteren Jahrgängen sollen diese Strukturen früh eingeführt und konsequent eingeübt werden, damit die Schülerinnen und Schüler Orientierung gewinnen und die Lernzeiten zunehmend selbstständig nutzen können.
Auch unterstützende Systeme wie ein Ampel-System können helfen, Arbeitsruhe, Hilfebedarf und selbstständiges Arbeiten transparent zu machen.
Die konkrete Umsetzung wird im Rahmen der schulischen Entwicklungsarbeit weiter abgestimmt.
Dokumentation und Transparenz
Die Dokumentation der Lernzeitaufgaben und Arbeitsstände wird verbindlich geregelt.
Auch diese Übersicht wird in den Klassenräumen sichtbar gemacht und im Schulwiki dargestellt. So ist für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte nachvollziehbar, wie Aufgaben je nach Jahrgang dokumentiert werden.
In den Jahrgängen 5 bis 8 dokumentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Aufgaben und Lernzeiten im Logbuch. Ab Klasse 9 erfolgt keine eigene Dokumentation durch die Schülerinnen und Schüler im Logbuch.
Lehrkräfte dokumentieren die Lernzeitaufgaben in WebUntis. In den Jahrgängen 5 bis 7 werden die Aufgaben zusätzlich sichtbar an der Lernzeit-Tafel im Klassenraum notiert.
Ziel dieser gemeinsamen Dokumentation ist mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Verlässlichkeit und eine einheitlichere Kommunikation zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern.
Geeignete Lernzeitaufgaben
Geeignete Lernzeitaufgaben sind Aufgaben, die selbstständig, konzentriert und nachvollziehbar bearbeitet werden können.
- Übungs- und Wiederholungsaufgaben aus dem Unterricht,
- Aufgaben zur Festigung fachlicher Grundlagen,
- das Fertigstellen oder Überarbeiten begonnener Aufgaben,
- die Vorbereitung auf kommenden Unterricht,
- die Selbstkontrolle und Verbesserung bearbeiteter Aufgaben,
- sprachliche Übungsaufgaben aus Englisch, Niederländisch, Spanisch oder Latein.
Auch Aufgaben zur bewussten Vorbereitung, Wiederholung und Selbstüberprüfung können Teil der Lernzeit sein, zum Beispiel das erneute Durchgehen der letzten Unterrichtsstunden oder die Vorbereitung auf kommende Inhalte.
Mündliche Lernformen, Partnerarbeit oder gegenseitige Unterstützung erfolgen nur dann, wenn sie zur Aufgabe passen und im vereinbarten Rahmen zugelassen sind.
Selbstkontrolle und Reflexion
Ein wichtiger Bestandteil der Lernzeit ist die Selbstkontrolle.
Nach Abschluss einer Aufgabe überprüfen die Schülerinnen und Schüler ihre Lösungen möglichst selbstständig, verbessern Fehler und machen ihren Arbeitsstand sichtbar.
Rückmeldungen durch Lehrkräfte erfolgen situationsbezogen und können nicht in jeder Lernzeit für alle Schülerinnen und Schüler individuell geleistet werden.
Die weitere Ausgestaltung von Selbstkontrolle, Dokumentation und Rückmeldung wird im Rahmen der schulischen Entwicklungsarbeit geklärt.
Ziel der Lernzeit
Die Lernzeit bietet Schülerinnen und Schülern einen verlässlichen Rahmen, um Aufgaben zu bearbeiten, Inhalte zu wiederholen und den eigenen Lernstand einzuschätzen.
Dabei geht es nicht nur darum, Aufgaben zu erledigen. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, ihre Arbeitszeit sinnvoll zu nutzen, Aufgaben zu planen, Ergebnisse zu kontrollieren und Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen.
Die Lernzeit ist damit ein wichtiger Baustein verbindlicher Lernstrukturen, individueller Förderung und ganztägiger Bildung.
Einordnung im Schulprogramm
Lernzeiten sind ein Baustein verbindlicher Lernstrukturen an der Gesamtschule Kevelaer.
Sie stehen in engem Zusammenhang mit Förderung, selbstständigem Lernen, dem Ganztag und der Begleitung individueller Lernprozesse.
Die bestehenden Lernzeiten werden im Rahmen der schulischen Entwicklungsarbeit regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.